Müller, Nicholas & Venn, Hubert vom – Kühe schubsen

Im Internet-Zeitalter noch echte Briefe zu verschicken, ist eher selten. Daher starteten Nicholas Müller und Hubert vom Venn ihr Experiment: Sie begannen einen Briefwechsel. Aus völlig unterschiedlichen Perspektiven schildern die beiden ihre Kindheit und Jugend in der Eifel. 30 Jahre Altersunterschied liegen zwischen dem Musiker und dem Kabarettisten. Trotzdem finden sich Ähnlichkeiten in den Erlebnissen und Aufzeichnungen: Die erste Zigarette, der erste Kinofilm, der erste öffentliche Auftritt. Eine liebevolle Retrospektive, ein Resümee voller Irrungen, Wirrungen und komischer Episoden.“ Quelle: Rhein-Mosel-Verlag

***

Meine Meinung:

Briefe aus der Eifel. Ja die Eifel kommt in diesem Buch wirklich nicht zu kurz und ich kann mir jetzt die Eifeler die ich kenne noch besser in ihrem Leben vorstellen. Ob das jetzt positiv oder negativ gemeint ist lasse ich mal offen und kehre zum Buch zurück. Dieses lässt sich ziemlich gut lesen, dank einem einfachen Schreibstil. Die „Kapitel“ bestehen ausschließlich aus Briefen, die die beiden Autoren sich gegenseitig geschickt haben. Und da ist für mich der Knackpunkt, denn es entsteht kaum Komunikation. Sie schreiben sich zwar abwechselnd Briefe, aber man hat teilweise den Eindruck dass mancher Brief schon fertig in der Schublade lag obwohl der andere noch unterwegs war. Da dieser Briefwechsel so angepriesen wird, hatte ich da etwas mehr erwartet. Die Briefe ansich sind etwas unterschiedlich sowohl inhaltlich als auch vom Schreibstil, bei Hubert vom Venn merkt man die Erfahrung als Schreiberling – sehr humorvoll berichtet er von seiner Jugend (die schon laange zurückliegt) und er hat viel zu erzählen, wie z.B. vom Kiffing Embryo Castle. Bei Nicholas Müller ist das ganze etwas tiefgründiger, aber man merkt die fehlende Erfahrung als Autor. Nicht am Schreibstil aber an der Struktur und am Aufbau. Leider macht es im Verlauf des Buches ein wenig den Eindruck, als ob es sich hierbei um ein vernachlässigtes Stiefkind handelt. Schade er hat doch eigentlich auch viel zu erzählen, was man auch merkt wenn er richtig los legt. Im ganzen ist es ein lustiges und kurzweiliges Buch, dass man gut mal zwischendurch lesen kann. Nebenbei lernt man noch was über die Eifel – und wenn es nur dass ist das die Uhren dort viel laaaaaaaangsamer ticken 😉 oder warum die NPD demnächst eine Schaumparty zu ihrem Parteitag bekommt oder warum ich gerne mal mit Hubert vom Venn im Käfer gesessen hätte 😀

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s