Ogawa, Yoko – Das Ende des Bengalischen Tigers

Ein Roman in elf Geschichten.

„Eine Frau möchte zum zehnten Geburtstag ihres Sohnes, der vor Jahren durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, in einer Konditorei zwei Erdbeertörtchen kaufen. Doch als sie den Laden betritt, kommt niemand, um sie zu bedienen. Die zierliche Konditorin steht mit dem Telefonhörer am Ohr hinten in der Küche und weint stumm vor sich hin. Einige Jahre zuvor bekommt eine Schriftstellerin von einer alten Witwe, bei der sie zur Untermiete wohnt, eine Karotte geschenkt, die einer menschlichen Hand ähnelt. Sogar die Lokalnachrichten interessieren sich für die merkwürdige Karotte. Doch kurz darauf macht die Polizei im Gemüsegarten der Witwe einen grausigen Fund. Was hat eine Mutter, die ihr Kind verloren hat, mit einer alten Witwe zu tun, deren Mann vor Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden ist? Welche Verbindung gibt es zwischen einer Schriftstellerin, die regelmäßig bis spät in die Nacht arbeitet, und einer Konditorin, die als Mädchen in ein ehemaliges Postamt eingebrochen war? Yōko Ogawa spinnt ein feines Netz von Geschichten, die in einer rätselhaften Welt spielen. Alle Figuren folgen ihrem eigenen unergründlichen Schicksal, und doch kreuzen sich ihre Wege, während sie wie im Traum an den Abgründen des Lebens entlangwandeln.“ Quelle: Amazon

***

Meine Meinung:

Ein sehr interessantes Buch, allein schon durch den intelligenten Aufbau der Elf Geschichten – die doch alle irgendwie miteinander verbunden sind. Allerdings werden diese nicht chronologisch erzählt und die Verbindungen sind mal mehr und mal weniger offensichtlich, daher muss man schon achtsam lesen um Freude am lesen zu haben. Der Schreibstil ist sehr nüchtern und klar, dadurch sehr gut zu lesen. Die einzelnen Geschichten handeln von Alltagssituationen entwickeln sich aber oft ins Abstruse. Generell beherrscht eher eine morbide Stimmung das ganze Buch, denn der Tod ist allgegenwärtliches Thema der Geschichten. Auch vor Grausamkeiten wird kein Halt gemacht, vieles aber nur indirekt erzählt. Viele Fragen werden erst in folgenden Geschichten beantwortet, wodurch manches erst Rückblickend Sinn macht – dadurch ist es auch ein Buch welches man gerne 2 mal hintereinander lesen mag. Aber eigentlich ist es aucheher eine Ansammlung von Novellen, die sich zu einer großen Erzählung verbinden, als ein Roman. Wenn man Zeit hat das Buch zu lesen und sich von der düsteren Stimmung nicht abschrecken lässt, ein echtes Lesevergnügen!

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